Disziplinen des Taekwon-Do
1. Grundschule [Gibon Yonsup]:
Die Grundschule beinhaltet alle Fußstellungen, Abwehr- und Angriffstechniken. Sie wird sowohl von Anfängern als auch von Fortgeschrittenen bei jedem Training geübt, da hier die Grundlage für alle weiteren Bereiche des Taekwon-Do liegt. Für alle Bereiche werden Techniken oder Abwandlungen von Techniken aus der Grundschule verwendet.
2. Formenlauf [Tul]:
Wie in vielen anderen Kampfkünsten wurden auch im Taekwon-Do Formen entwickelt, die eine Folge von verschiedenen Abwehr- und Angriffstechniken aus der Grundschule sind. Diese Formen werden im Taekwon-Do Tul genannt. Jeder dieser Tuls ist nach einem bestimmten Diagramm bzw. Schema festgelegt und hat den Sinn die darin vorkommenden Techniken und deren Ausführung zu Üben. Außerdem ist jede Tul vergleichbar mit einem Kampf gegen einen oder mehrere imaginäre Gegner. Die insgesamt 24 Tuls sind ein wichtiger Bestandteil der Gürtelprüfungen.
3. Kampf [Matsogi]:
Im Taekwon-Do gibt es verschiedene Arten des Kampfes: Zur Übung der Grundschultechniken mit einem Partner gibt es die sogenannten Partnerübungen. Bei den Partnerübungen greift der eine Partner mit einer vorher festgelegten Technikfolge an während der andere Partner Abwehrtechniken einsetzt um die Angriffe abzuwehren. Bei den Partnerübungen ist kein direkter Kontakt vorgesehen; lediglich die angreifenden und abwehrenden Körperteile dürfen sich berühren. Zu den Partnerübungen zählen Drei-Schritt-Kampf, Zwei-Schritt-Kampf, Ein-Schritt-Kampf und der abgesprochene Kampf (Scheinkampf).
Neben den Partnerübungen, die Bestandteil der Gürtelprüfungen sind, gibt es die freien Kampfarten. Diese sind der Fußtechniken-Kampf und schließlich der Freikampf. Bei diesen beiden Disziplinen werden abgewandelte Formen der Grundschultechniken verwendet. Beim Freikampf, der hauptsächlich für den Wettkampf trainiert wird, kommt es darauf an seinen Gegner mit einer schnell, präzise und sauber ausgeführten Technik zu treffen und so Punkte zu erzielen. Zu harter Kontakt ist dabei nicht erlaubt.
4. Selbstverteidigung [Hosinsul]:
Für die Selbstverteidigung, im Taekwon-Do Hosinsul genannt, werden Techniken trainiert, die für die Praxis gedacht sind. Diese Techniken sind für Fortgeschrittene vorgesehen und dienen zur Verteidigung gegen einen plötzlichen Angriff eines oder mehrerer bewaffneter oder unbewaffneter Gegner. Da die Distanz bei einem solchen Angriff meist ziemlich klein ist und der Verteidiger dementsprechend wenig Platz hat kommen hier ebenfalls abgewandelte Techniken aus der Grundschule zum Einsatz.
5. Bruchtest [Kyok Pa]:
Beim Kyok Pa, wie der Bruchtest im Taekwon-Do heißt, handelt es sich um eine Disziplin die hauptsächlich zur Demonstration dient. Durch richtige Ausführung einer Technik ist es dem Taekwon-Do möglich Bretter, Ziegelsteine, Dachziegel usw. zu zerbrechen. Um den Bruchtest erfolgreich durchführen zu können müssen viele Faktoren wie Kraft, Auftreffwinkel, Distanz, Genauigkeit und Konzentration berücksichtigt werden. Der Bruchtest ist ebenfalls ein Bestandteil der Gürtelprüfungen.


